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Germanen

Den Germanen widerstrebte es, sich ein Bild von göttlichen Wesen zu machen, da deren Gegenwart ja ständig spürbar war. Im Glänzen der Sonne, im Rauschen der Flüsse, im Säuseln des Winds, in Frost und Eis. Im Ausgang der Kämpfe. Künstlerische Darstellungen der Germanen befassen sich mit dem Unlösbaren, mit verschlungenen Bändern, mit Schicksalslinien. Das Schicksal, das sogar Macht über die Götter besaß. Knoten trugen die Menschen auch im Haar. Ihre Begegnung mit den unfaßbaren Mächten war das Opferfest, wo Rauch zum Himmel aufstieg und Blut die Erde tränkte. Auf einer Klippe stehend von den Elementen erfaßt zu werden. Die Gottheit antwortete mit Zeichen: mit dem Flackern der Blitze, dem Auf- und Niedergang der Sonne, dem Brechen eines Baumes, dem Abstreichen des Adlers. Solche Zeichen zu deuten war Aufgabe des Priesters oder der Priesterin. Diese standen verschiedenen Göttern nahe und zelebrierten den entsprechenden Ritus. Derartig gefordert antworteten die Götter.







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Wotan
Der oberste der Götter aber war Wotan, dem der Mittwoch gebührte, Atem und Orkan. Denn was wäre die Welt ohne ihre Atmosphäre? Er war das Wetter. Ein strahlendes Auge hatte er, blinkend wie die segenbringende Sommersonne und ein scheeles, blind wie die trübe Wintersonne. Im Eibental hauste er, zu Seiten des zerklüfteten Bodetals. Mit anderen Göttern beriet er sich im Thing. Seine Begleiter: die Raben Hugin und Munin, Gedächtnis und Gedanke; die Wölfe Geri und Freki, Gier und Freßlust. Er war besessen, rasend. Seine Truppe die Berserker im Bärenfell. Er erscheint zugleich bezähmt und zügellos, gibt der Welt Gesetze und bricht sie. Ist Riese , Menschengast im roten Mantel und tiefgezogenen Hut und Zwerg. Er vermag sich in jedes Lebewesen zu verwandeln- so trägt jedes seinen göttlichen Funken. In christlicher Verwandlung wird er zum Erzengel Michael, der den Drachen tötet, der Schutzpatron des Klosters Michaelstein.







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Götterstätten
Im Harz herrscht er, wo Stürme um Klippen brausen, im Hübichenstein, auf dem Brocken, an den Wodansklippen in Wildemann und an allen Opferstätten, die mit "Wolf", "Roß" oder "Rabe" zu tun haben. Er war der einzige, dem man Menschenopfer darbrachte, zumeist durch Erhängen. So wurden die Richtstätten zu Rabensteinen. Dort machten sich auch die Priesterinnen zu schaffen, die Deuterinnen.
Ein finsteres Kapitel unserer Geschichte.








Symbolik der Kelten





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Kelten

Sie haben viele Namen:
Keltoi, Celtae, Galater oder Gallier wurden sie in antiken Quellen genannt.
Gelebt haben sie auf der iberischen Halbinsel, den Britischen Inseln, in Mitteleuropa und Kleinasien. Wie sie sich selbst nannten ist nicht überliefert. Ihre Stärke war die Vielfalt ihrer Stämme unter einer einheitlichen Weltsicht. Beeindruckend sind ihre Kontinuität, ihre Modernität und das hohe Abstraktionsvermögen ihrer Künstler, die einen ganz eigenen Stil geprägt haben.
Gut achthundert Jahre, bis in die frühchristliche Zeit, hat ihre Kultur geblüht haben sie den Römern und Germanen heftigen Widerstand entgegengesetzt. Furchtlose Krieger waren sie, fleißige Handwerker und Bauern, kunstfertige Gold- und Stahlschmiede, aber auch tafel- und trinkfreudige Raufbolde.
Ihre Druiden waren Philosophen, Heilkundige, Seher, Priester, Gelehrte - Bewahrer der religiösen und kulturellen Traditionen. Salbei und Eisenkraut, aber vor allem die Mistel, in weißem Gewand am sechsten Tage des Mondzyklus mit einer goldenen Sichel geerntet, waren Heilmittel für allerlei Krankheit. Die Sichel ist der Mond, ihr Gold die Sonne. Der Apfel ist Unsterblichkeit, Wissen und Weisheit.






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Das Wasser, Schacht- und Spalthöhlen sind Tore zur Unterwelt, der Welt des Gottes Teutates (Tentates) mit seinem Eber und der Muttergöttin Epona, die Fruchtbarkeit bedeutet, aber auch Tod.
Teutates, Gott der Krieger, Händler und Reisenden begleitet ebenso die Toten auf ihrem Weg ins Jenseits. Manchmal begleitet ihn ein Widder, dessen Hörner ein Doppel-S stilisiert. Taranis, der oberste der keltischen Gottheiten, ist der Herrscher des Himmels, er ist der Adler, das Auge, der Zentaur und das Feuerrad. Menschen sollen ihm bei lebendigen Leibe verbrennend, geopfert worden sein. Das Rad ist auch Symbol für Donner und die Sonne. Esus, der janusköpfige Gott mit dem Mistelzweig, wacht über Reichtum und den Krieg. Ihm wurden Menschen geopfert, indem sie zwischen zwei zu Boden gebogenen Bäumen festgebunden zerrissen wurden. Die bärtige Maske und ein mit Hirschohren geschmückter Kopf mit dem goldenen Halsreif der Krieger (Torquis) sind sein Symbol.
Neben den drei Großen Göttern, Taranis, Esus und Teutates herrschen noch viele andere Gottheiten. Cernunnos, der Hirschgott, steht für den Weg ins Paradis. Lug, der Rabengott mit der Lyra, ist der Gott der Seher, aller Künste kundig. Er ist der Gott des Handels, der Medizin und der Erfinder der Künste. Auch Belenus und seine weibliche Entsprechung Belisama (oder Minerva) sind Schutzgötter der Medizin, der Gesundheit und Jugend. Minerva ist die Herrin der Dichtung, Magie und Weissagung, des Handwerks und der Künste, aber auch Kriegerin, Mutter der Götter und Verführerin - die große Muttergottheit Für die heilende und heilige Kraft des Wassers stehen Sirona und Grannus. Rosmerta mit dem Füllhorn ist Fruchtbarkeit und Überfluß.





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Die Zahl drei ist den Kelten heilig (alle guten Dinge sind drei). Drei sind die Hauptgötter der Kelten, Taranis, Esus und Teutates. Aber auch die Muttergottheiten (die Matres, Matrae oder Matrones), werden oft als Dreiergruppe dargestellt. Die keltischen Mütter sind kompexe Wesen, mit Leben, Fruchbarkeit und Überfluß verbunden. Sie tragen reiche Gewänder, halten Ähren, Blumen oder Früchte in der Hand, tragen das aufgelöste Haar der unverheirateten oder die Haube der verheirateten Frau. Spinnutensilien symbolisieren das Spinnen des Lebensfadens. Der Mensch ist Teil eines Ganzen, das er in Gestalt der Gottheit in der Natur überall antreffen kann. Im Moment der Zeremonie ist das Heiligtum, ein Baum, eine Quelle, eine Höhle, ein heiliger Hain, der Mittelpunkt der Welt. Jede Handlung ist somit sakral. Tempel gibt es erst seit der Zeit der Römer, gegen Ende der keltischen Kultur. Das Wissen der geheimnisumwitterten Kelten ist nur mündlich überliefert und das Interesse an der keltischen Lebensanschauung ist so stark wie nie zuvor. Keltisches Wissen und Magie sind in der Anthroposophie verarbeitet, auch hat sich in heute noch keltisch geprägten Ländern wie Irland, Wales oder der Bretagne ein neues Druidentum entwickelt. Einige dieser Orden sind schon 200 Jahre alt.
Es ist an uns, unser eigenes Keltentum zu entdecken!




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