Lichtensteinhöhle§


   Die Opferhöhle
ist so schwer begehbar, daß ihr grauenvolles Geheimnis erst Jahre nach der Entdeckung gelüftet wurde.
Viele Skeletteile wurden hier 1987 aufgehäuft gefunden. Die Menschen sind lebend in die Höhle gekrochen, nach einem kultischen Ritual dort geblieben und ohne Gewalteinwirkung gestorben; vielleicht an Kälte oder Durst. Es wird angenommen, daß es zu jener Zeit eine große Trockenheit gab, die die Menschen der Unstrutgruppe zu diesem grauenhaften Verhalten trieb. Mit dem Hineingehen in den Schlund der Mutter Erde sollte diese vielleicht günstig gestimmt werden? Aber zu welchem Preis! Man stelle sich Dutzende von Leichen in einem winzigen Raum vor, der nur von sehr schlanken Menschen überhaupt erreicht werden kann. Was mögen die Opfer gefühlt haben, die dort in unerträglichem Gestank langsam starben? Was mag in den Priestern vorgegangen sein, die dort ihre Zeremonien abhielten?

Der Umstand, daß sowohl in der Lichtensteinhöhle als auch in den Kyffhäuser, Jetten- sowie Ithhöhlen Menschenopfer in unterschiedlicher Form bis hin zum Kannibalismus geschahen, muß uns etwas verdeutlichen: Respekt vor unseren Vorfahren ist ein wichtiger Aspekt.
Eine vorbehaltlose Verherrlichung jedoch ist sicher nicht angebracht.

Es finden derzeit immer noch Ausgrabungen statt. Deswegen ist die Höhle zur Zeit nicht frei zugänglich. Knochen von Kleinkindern bis zu alten Menschen werden zur Zeit gentechnologisch analysiert und werden uns demnächst detaillierteren Aufschluss über die finsteren Vorgänge geben.

Sage:

Im Südharz in den warmen Felsenlöchern um Osterode und im Hohnsteinschen hielten sich früher viele Zwerge auf. Sie waren dunkelhaarig und dunkelhäutig, sprachen mitunter eine eigene Sprache und wurden in Höhlen gesehen, die man auch die Taternlöcher nannte. Sie hatten struppige Pferdchen, stahlen wie die Raben, auch kleine Kinder, und handelten gern besonders mit fremdartigem Silberschmuck. Diese fahrenden Gesellen unterschieden sich allerdings von dem einheimischen Zwergenvolk, das fleißig und unsichtbar in den Bergen werkte.

Wegbeschreibung:

Zwischen Osteroder Ortsteilen Förste und Dorste erhebt sich am Rande des Sösetals der Lichtenstein. Gut 11m über der Sohle des Sösetals liegt hinter einer schmalen Öffnung die gut 60 Meter lange Lichtensteinhöhle.
                                         
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